Leere

Morgennebel
Morgennebel

Leere ist weder ein Etwas noch ein Nichts. Leere ist vielmehr das "Nicht", nicht zu verwechseln mit dem Nichts. Leere ist die Abwesenheit von etwas und allem. Sie ist formlos, zeitlos, unzerstörbar.

 

In letzter Konsequenz sprengt die Leere als Erkenntnis jeglichen menschlichen Denkrahmen und führt uns gerade darüber zu uns selbst.

 

So findet sich die Leere als Erkenntnis im Zentrum der großen spirituellen Systeme der Welt:

Im indischen Yoga ist es der Erkenntnisweg des Abhava-Yoga, auf dem der Praktizierende über die Welt als Leere nachdenkt. Im Buddhismus ist es die Lehre des Zen: die Lehre des Nicht-Lehrbaren. Im Taoismus finden wir die Leere in dem Ausspruch Laotses wieder: Übe Nicht-tun, und alles ist getan. Und unter den europäischen Mystikern ist es J. Böhme, der über den Ungrund (nicht zu verwechseln mit dem Urgrund) nachdenkt.

 

Die Beschäftigung mit der Leere hat auch heute nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt und eröffnet einen vertikalen Denkrahmen, der uns über das rationale Weltbild der Gegenwart hinausführen kann und uns schrittweise zu einer konzeptionellen Erweiterung der menschlichen Erkenntnis führt.

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